LTE – Wer profitiert davon?

19. März 2010   Ringo

Die Erwartungen an LTE und die Auktion Mitte April sind hoch: bei einer höheren Kapazität und Bandbreite und einer besseren Funkabdeckung sollen gleichzeitig auch die Kosten sinken. Die Geschwindigkeiten sollen bis zu 100 MBit/s erreichen und die Pingzeiten sollen von derzeit 20 Millisekunde,n bei DSL im Festnetz, mit LTE auf 10 Millisekunden fallen.

Internetspieler und Betreiber aufwendiger Websites wird’s freuen, aber auch für alle anderen ergibt sich ein vollkommen neues Surfgefühl, weil sich die Seiten in unbeschreiblicher Geschwindigkeit aufbauen.

Technische Neuerungen

Die Vorteile von LTE überzeugen: Die Systemarchitektur ist effizient, kostengünstiger als UMTS und bedeutend weniger anfällig für Störungen, u.a. durch die neue Mehrantennentechnik Mimo (Multiple Input Multiple Output). Das Netzwerk organisiert sich dabei nahezu wie von selbst, neue Funkzellen werden automatisch erkannt und integriert. Ebenso verhält es sich mit defekten Funkzellen, die ausgeschaltet werden. Je nach Bedarf passen die umliegenden Funkzellen ihre Leistung an. Außerdem wird fast ausschließlich das Internet-Protokoll (IP) verwendet, dementsprechend sollen mit LTE auch Telefonate mit dem Voice-over-IP-System geführt werden können.

Private Nutzer müssen warten

Deutschland liegt im internationalen Vergleich beim Breitbandausbau nur auf Platz 27 und damit hinter Bahrein. LTE soll das Problem lösen: In Regionen, in denen DSL über das Festnetz nicht möglich ist, soll der Mobilfunk einspringen. Außerdem sind die Gewinner der Auktion dazu verpflichtet, zuerst Orte mit weniger als 5.000 Einwohner mit LTE auszustatten und zuletzt die Ballungsräume. Dennoch sollten sich Bewohner ländlicher Regionen keine allzu großen Hoffnungen machen, dass auch sie in kurzer Zeit über eine schnell Internetverbindung verfügen. Zum einen sind die UMTS-Geräte nicht mit LTE kompatibel und zunächst werden primär die Geschäftskunden bedient werden. Zum anderen dürfte sich der Aufbau des Netzes über einige Jahre hinziehen, weshalb UMTS und LTE noch über etliche Jahre parallel bestehen werden. Außerdem muss das LTE-Netz erst unter Belastung getestet und vermutlich weiter modifiziert werden.

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